Darling, hast du schon Salz ins Wasser?

2009-11-16 Main-Post

Mainfränkisches Kochduell der Wirtschaftsjunioren bei Opti Wohnwelt

Es ist die einfache Nudel, die letztlich den Sieg bringen wird. Gut, nicht die profane deutsche Nudel, sondern die italienische Bandnudel, die Tagliatelle. Dank
ihr erringt das Team aus Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen beim Mainfränkischen Kochduell der Wirtschaftsjunioren in der Kochschule No.1 bei Opti den ersten
Platz.

Teambuilding in der Küche ist der Trend der Zukunft. Das behauptet zumindest das Magazin „ManagerSeminare“. Und die beiden Wirtschaftsjunioren Thomas Faber, Leiter der Thomas Faber Cooking Academy in Bad Kissingen, und Oliver Föst, Geschäftsführer von Opti Wohnwelt in Niederlauer, bestätigen dies. Gemeinsam mit Anita Schmitt, Leiterin der Akademie Heiligenfeld, und Michael Schaub von Schaub Immobilien initiierten sie für mainfränkische Führungskräfte und Jungunternehmer ein Kochduell.

„Unser Kochduell, das ist ein bisschen so wie im Berufsleben ein Projekt veranstalten“, sagt Anita Schmitt zu Beginn des Duells am Freitagabend. „Man weiß nicht, mit wem man zusammenarbeitet, man steht unter Zeitdruck und es gibt unbekannte Faktoren, in unserem Fall den Warenkorb.“ Die Zutaten des Korbs – darunter Alltagsprodukte wie Olivenöl, aber auch Rinderfilet, Jakobsmuscheln, Champagner, Chili – hat Profi-Koch Faber zusammengestellt. „Im Normalfall ergeben die schon ein sinnvolles Gericht“, warnt er die Teilnehmer vor dem Duell-Start. Eine Stunde später werden die drei rivalisierenden Koch-Gruppen aus den gleichen Zutaten drei unterschiedliche Menüs gezaubert haben. „Und alle durchaus genießbar“, wie die Jurymitglieder Karin Pecher, Landesvorstandsvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Bayern, Nicole Then, ehemalige Deutsche Weinkönigin, und Felix Straube, Moderator bei Radio Gong, versichern.

Konzipiert ist das Duell folgendermaßen: In drei Kochnischen kreieren jeweils vier Wirtschaftsjunioren aus zwei mainfränkischen Kreisen in sechzig Minuten ein Drei-Gänge-Menü. Welche Landkreise zusammenarbeiten wird erst kurz vor Duell-Beginn ausgelost: Letztlich steigen Schweinfurt und Würzburg, Haßberge und Main-Spessart sowie Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld gemeinsam in den Kochring.

„Steffi, Darling, hast du schon Salz ins Wasser?“, fragt Bernd Müller, Architekt aus Marktheidenfeld, seine Mitstreiterin Stefanie Willner von der Frank Willner GmbH aus Hofheim. In der Haßberge-Main-Spessart-Kochnische befindet sich die Teamentwicklung bereits nach der Vorspeise im fortgeschrittenen Stadium. Nicht nur was die Kreation des Hauptgangs „Rinderfilet mit frittierten Oliven“ angeht. Müller und Willner, der Architekt und die Frau des Fliesenlegermeisters, können sich durchaus vorstellen, auch beruflich in Kontakt zu treten. „Gekocht wird fortan sowieso jede Woche“, versichern sie.

Geschäftig, aber weniger geschäftlich, geht es in der Ecke Kissingen-Rhön-Grabfeld zu. Seinen Teamkollegen Carl-Christian Bittorf aus Mellrichstadt, Mitinhaber der Firma Bittorf Elektrotechnik, kennt der Brückenauer Peter Scheder, Marketing- und Vertriebsleiter bei der AOK, auch gegen Ende des Duells nur unter dem Spitznamen „CC“. Der Fokus der beiden richtet sich weniger auf die berufliche Kooperation als vielmehr darauf, das schlüpfrige Rinderfilet mit der Zange zu packen zu kriegen. Doch auch in der Rhön werden Potenziale erkannt und Verantwortungsbereiche entsprechend festgelegt: So ist es sicher kein Zufall, dass gerade die kunstinteressierte Fotografin Bianca Fay aus Burkardroth die
Jakobsmuscheln auf Chili-Curry-Schmand samt Tomaten-Frühlingszwiebel-Balsamico-Rohkost kreativ und bunt garniert.

Auf Risiko setzt derweil das Team Würzburg-Schweinfurt. Wollen sie doch zum Nachtisch halbgefrorenen Mascarpone mit Himbeeren auftischen. „Unsicher ist, ob wir das in der kurzen Zeit gefroren kriegen“, sagt Peter Gehring von Gehring Personalvermittlung. Es klappt. Den Sieg allerdings fährt der Mascarpone dennoch nicht ein. Den erringen die
Tagliatelle. Zwar hat jedes Team die banalen Bandnudeln in ihrem Menü verarbeitet. Die Fraktion Kissingen-Rhön-Grabfeld allerdings entwickelte ihre
eigene, besonders außergewöhnliche Variante - sie packten sie kurzerhand in die Nachspeise: Süße Sesamnudeln mit Obstsalat und Vanille-Mascarpone-Hülle.

„Nach dem Hauptgang herrschte noch Gleichstand zwischen den Teams“, verkündet Thomas Faber das Ergebnis. Das Dessert aber habe die Entscheidung gebracht: Platz Eins ging an die Wirtschaftsjunioren Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen. Die anderen beiden Teams teilten sich Platz zwei. Platz drei wurde nicht vergeben.

Quelle: Main-Post