Königlicher Anspruch

2011-02 tiepolo

„Es wird mein Bestreben sein, durch Verabreichung guter Ware meine verehrten Kunden in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen.“ An dieser Maxime, die Metzgermeister Kaspar Faber 1898 aufgestellt hatte, hat sich bis heute bei „Faber Feinkost“ in Bad Kissingen nichts geändert.

Über 100 Jahre hat das Geschäft am Oberen Markt Bestand und wurde als königlich-bayerischer Hoflieferant selbst höchsten  monarchisch-kulinarischen
Ansprüchen gerecht. Die Metzgerei, die heute von Thomas Faber geführt wird, erweiterte die Familie Ende der 80er Jahre mit dem Cateringbetrieb und etablierte damit einen der ersten Partyservices in Mainfranken. Der Buchungsradius begrenzt sich auf den unterfränkischen  Raum, doch spielt Faber als Groß-caterer auf Messen und Kongressen  auch  bundesweit in der ersten Liga mit.

Der gelernte Koch Thomas Faber ging beim Münchner  Gastronomen und Cateringpionier Gerd Käfer in die Lehre, der seitdem Fabers Delikatessen bezieht. Zur Fußball-Weltmeisterschaft  2006 hatte Faber auf Anfrage von Käfer die VIP-Betreuung im Nürnberger Frankenstadion übernommen. Nach vier Wochen waren 160.000 Speisen über die Tresen gegangen. Die Augen des Vollblut-Caterers funkeln, als er sich an die stressgeladenen Wochen zurückerinnert. Faber verzichtet im Gespräch auf modische Branchenbegriffe wie Konzept, Individualisierung oder Nachhaltigkeit. Er spricht stattdessen über Integrität, Solidität und Verlässlichkeit.

Obgleich er einen Betrieb auf modernstem Stand leitet, orientiert sich Faber an dem aus der Tradition gewachsenen Wertesystem des Familienbetriebs. Ein
unschätzbarer Vorteil gegenüber jungen Konkurrenten, die in den letzten Jahren auf den Markt gedrängt sind. „Man muss sich heute mehr bewegen, um
am Ball zu bleiben.“ Bei der Herstellung und Qualitätssicherung der Speisen hat Faber alle Fäden selbst in der Hand. „Was wir selbst machen können, machen wir
auch selbst.“ Zuvorderst das Fleisch aus eigener Schlachtung. Damit schafft sich Faber einen weiteren Vorteil: Die permanent andauernde Produktion lässt auch
kurzfristige Buchungen zu. „Heute Abend bestellt, morgen früh geliefert, kein Problem“ – und das auf qualitativ höchstem Niveau. Aber das ist auch der Anspruch, den ehemalige königlich-bayerische Hoflieferanten traditionell an sich stellen: Produkte anzubieten, die auch heute noch die Gunst des Königs fänden.

Quelle: tiepolo